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Grundschuld aus dem Grundbuch löschen

16. November 2023

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Grundbuch Haus

Grundschuld aus dem Grundbuch löschen: Zeitliche, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen

Die finanzielle Belastung eines Grundstücks, wie sie zumeist als Sicherheit im Zuge einer Kreditaufnahme veranlasst wird, wird Grundschuld genannt. Mit der Eintragung der Grundschuld erhält der Begünstigte – in aller Regel die Bank – das Recht, bei Missachtung der Zahlungspflichten durch den Eigentümer eine Zwangsversteigerung durchzuführen. Die Grundschuld dient folglich als eine Art Rücklage und Absicherung der Finanzierung. Sobald das zugeordnete Darlehen abbezahlt ist, kann die Grundschuld gelöscht werden. Wir erklären, wie eine solche Löschung der Grundschuld abläuft, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und welche Kosten damit einhergehen.

Wann ist es notwendig, eine Grundschuld zu löschen?

Grundsätzlich ist der Eigentümer nicht verpflichtet dazu, die Grundschuld nach Abzahlung des Kredits aus dem Grundbuch zu löschen. Bleibt sie weiter bestehen, kann sie zum Beispiel vergleichsweise unkompliziert als Sicherheit für spätere Finanzierungen herangezogen werden. Dennoch gibt es Situationen und Gründe, die eine Löschung der Grundschuld nahelegen.

Steht beispielsweise ein Verkauf der belasteten Immobilie an, ist die Grundschuldlöschung für gewöhnlich unumgänglich. Schließlich möchte der Käufer nicht für die etwaigen Rückzahlungsversäumnisse der ehemaligen Eigentümer gradestehen müssen. Oftmals wird auch dann zu einer Löschung geraten, wenn die Eintragung im Grundbuch mehrere Menschen als Schuldner definiert, die allesamt für die Verbindlichkeiten der jeweils anderen mithaften. Es kann also durchaus sinnvoll sein, die Löschung der Grundschuld zu veranlassen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit eine Grundschuld überhaupt gelöscht werden kann, müssen allem voran die finanziellen Ansprüche des Grundpfandgläubigers beglichen sein. Sprich: Der Kredit, dem zugunsten die Grundschuld eingetragen wurde, muss vollständig abbezahlt worden sein. Dies bestätigt der Begünstigte mit einer schriftlichen Löschungsbewilligung.

Nun gibt es natürlich auch den Fall, dass der Grundpfandgläubiger trotz vollständiger Rückzahlung des Darlehens keine Löschungsbewilligung ausstellen möchte. Dann lässt es sich manchmal nicht vermeiden, diesen auf Ausstellung der besagten Bescheinigung zu verklagen.

Wie läuft die Löschung der Grundschuld ab?

Liegt die Löschungsbewilligung vor, so wird diese zusammen mit dem Antrag auf Löschung der Grundschuld einem Notar vorgelegt. Die Dokumente werden von dort aus an das Grundbuchamt übermittelt, welches diese prüft und dem Grundbuch bei einem positiven Ergebnis einen Löschungsvermerk hinzufügt.

Welche Kosten fallen für die Löschung der Grundschuld an?

Selbstverständlich ist die Löschung einer Grundschuld mit gewissen Kosten verbunden. Wie hoch diese genau ausfallen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Denn: Sie berechnen sich prozentual nach der Höhe des Gegenwerts der Grundschuldsumme. Dabei ist ein Teil der Gesamtkosten an den Notar zu entrichten, ein weiterer Teil fließt an das Grundbuchamt.

Die Höhe des Notarhonorars liegt laut GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) bei maximal 0,2 % der Grundschuldsumme im Gegenwert. Zusätzliche 0,2 % müssen gegebenenfalls dem Grundbuchamt bezahlt werden. Im Endeffekt ist also mit Kosten in Höhe von insgesamt bis zu 0,4 % des Gegenwerts der Grundschuldsumme zu rechnen.

Wie lange dauert der Vorgang?

Die genaue Dauer einer Grundschuldlöschung ist pauschal schwer zu bestimmen. Immerhin hängt sie maßgeblich davon ab, wie zügig das Anliegen zunächst vom Notar und anschließend vom Grundbuchamt bearbeitet wird. Da es keine gesetzlichen Regelungen zum zeitlichen Rahmen einer Grundschuldlöschung gibt, haben wir es hier gewissermaßen mit einem schwer einschätzbaren Faktor zu tun. Will heißen: Manchmal ist die Sache binnen weniger Tage erledigt, manchmal ziehen mehrere Monate ins Land, bis der Löschungsvermerk eingetragen wird.

Fazit: Der Prozess der Grundschuldlöschung im Überblick

Möchte man eine Grundschuld löschen lassen, benötigt man eine Löschungsbewilligung und muss diese – in Verbindung mit einem diesbezüglichen Antrag – bei einem beauftragten Notar vorlegen. Anschließend landen die Dokumente zur Prüfung beim Grundbuchamt. Während die Dauer des Prozesses variiert, gibt es für den Kostenpunkt klare Regelungen: Die Kosten für die Grundbuchlöschung berechnen sich nach der Grundschuldsumme und liegen bei 0,2 % bis 0,4 %. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass keine Pflicht zum Löschen einer Grundschuld besteht, dies in manchen Fällen jedoch als überaus sinnvoll zu erachten ist.

Sie haben rechtliche Fragen rund um die Grundschuld, deren Eintragung oder Löschung? Kommen Sie auf uns zu und lassen Sie sich fachkundig beraten – wir bei KGH freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Oliver Stigler

Oliver Stigler

Fachanwalt für Familienrecht und gewerblichen Rechtsschutz, ist ein Anwalt bei KGH in Nürnberg. Auf dem Blog von kgh.de teilt er sein umfangreiches Fachwissen und bietet wertvolle Einblicke in rechtliche Themen. Vertrauen Sie auf seine Expertise und lassen Sie sich von seinen Beiträgen inspirieren.

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