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Alkohol am Steuer

22. Oktober 2023

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Alkohol am Steuer: Gesetzliche Regelungen und Verteidigungsoptionen

Dass das Fahren unter Alkoholeinfluss keine gute Idee ist, liegt auf der Hand. Wird man erwischt, wird die Trunkenheit im Verkehr unter Umständen strafrechtlich relevant und kann gravierende Folgen haben. Das gilt nicht nur, aber insbesondere dann, wenn es zu einem Verkehrsunfall kommt. Doch ab wann wird das alkoholisierte Fahren zur Straftat? Mit welchen Konsequenzen ist zu rechnen und wie gestalten sich die Verteidigungsmöglichkeiten? Diesen Fragen widmen wir uns im Folgenden.

Promillegrenze: Ab wann wird Trunkenheit im Verkehr zur Straftat?

Während Personen unter 21 Jahren sowie Fahranfänger überhaupt keinen Alkohol genießen dürfen, bevor sie sich ins Auto setzen, sieht das bei älteren und erfahreneren Fahrern etwas anders aus. Diese dürfen laut Gesetz bis zu einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille am Straßenverkehr teilnehmen.

Liegt der Wert über der 0,5-Promille-Grenze, jedoch unter 1,1 Promille, handelt es sich nach § 24a StVG um eine Ordnungswidrigkeit, auf die in aller Regel ein Bußgeldbescheid – gegebenenfalls in Verbindung mit einem geringfügigen Fahrverbot und der Anordnung einer MPU – folgt. Sind die 1,1 Promille erreicht, gilt das Fahren unter Alkoholeinfluss nach §§ 315c. Abs. 1 Ziff. 1, 316 StGB als Straftat. In diesem Fall ist mit einem Fahrverbot von mindestens drei Monaten und einer satten Geldstrafe zu rechnen. Gegebenenfalls kommt sogar eine Freiheitsstrafe infrage, zum Beispiel dann, wenn Alkohol am Steuer zu einem Unfall mit Personenschaden führt.

Im Übrigen beeinflusst auch die Vorgeschichte des Fahrers das Strafmaß. So werden Beschuldigte, die bereits durch Alkoholverstöße aktenkundig geworden sind, im Normalfall härter bestraft als Menschen, die zum ersten Mal alkoholisiert im Straßenverkehr ertappt wurden.

Nachweisbarkeit der Tat

Wird eine Person direkt aus dem Straßenverkehr gezogen und auf Alkohol im Blut untersucht, kann der vorliegende Promillewert problemlos festgestellt werden. Hatte der Beschuldigte zwischen der letzten Fahrt und dem Alkoholtest allerdings die Gelegenheit, zu trinken, muss gegebenenfalls der sogenannte Nachtrunk berücksichtigt werden. Denn dann wäre es theoretisch möglich, dass er bei der Fahrt noch nüchtern oder zumindest nüchterner gewesen sein könnte als er es zum Zeitpunkt des Tests war. Ein Umstand, der die Nachweisbarkeit der Tat verkomplizieren kann.

Verteidigung bei Alkohol am Steuer

Im klassischen Fall der Verteidigung eines Fahrers, dem das Fahren unter Alkoholeinfluss vorgeworfen wird, kann die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dann bezieht sich die Arbeit des Verteidigers vor allem darauf, das Strafmaß für seinen Mandanten möglichst gering zu halten. Sprich: Der Verteidiger wird je nach festgestellter Alkoholkonzentration und Vorgeschichte versuchen, ein Fahrverbot zu verhindern, die Dauer des Fahrverbots zu verkürzen oder das Bußgeld zu reduzieren.

Fazit: Rechtsanwalt für Verkehrsrecht einschalten

Wer mit Alkohol am Steuer erwischt wird, tut gut daran, zunächst auf sein Schweigerecht zu verweisen und keine Aussage zu machen. Das Hinzuziehen eines Anwalts für Verkehrsrecht ist zudem dringend angeraten. Dieser kann die Sachlage fundiert einschätzen und seinen Mandanten kompetent beraten, damit die Konsequenzen, die ihm drohen, in möglichst kleinem Rahmen gehalten werden können.

Sie wurden mit Alkohol am Steuer erwischt und benötigen rechtlichen Beistand? Dann zögern Sie nicht, sich mit KGH in Verbindung zu setzen! Wir beraten Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten und unterstützen Sie fachkundig bei der Klärung der Angelegenheit.

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Oliver Stigler

Fachanwalt für Familienrecht und gewerblichen Rechtsschutz, ist ein Anwalt bei KGH in Nürnberg. Auf dem Blog von kgh.de teilt er sein umfangreiches Fachwissen und bietet wertvolle Einblicke in rechtliche Themen. Vertrauen Sie auf seine Expertise und lassen Sie sich von seinen Beiträgen inspirieren.

Zuständige Anwälte in diesem Fachgebiet:

Oliver Fouquet

Anwalt für Strafrecht und Verkehrsrecht

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