Bonitätsprüfung

01.08.2014Hilft eine Vormieterbescheinigung weiter?

Die Angst vor Mietnomaden veranlasst Vermieter immer wieder im Vorfeld Anhaltspunkte für die Bonität eines Mieters zu suchen. Häufig wird eine sogenannte Vormieterbescheinigung verlangt. Doch was nützen diese Vormieterbescheinigungen wirklich?

Zulässige Fragen

Grundsätzlich ist es für den künftigen Vermieter von Interesse, ob im vormaligen Mietverhältnis alle Mieten vollständig und pünktlich bezahlt wurden.

Fragen nach der Person und Anschrift des Vorvermieters, der Dauer des vorangegangenen Mietverhältnisses und der Erfüllung der mietvertraglichen Pflichten, nach dem Einkommen und den Vermögensverhältnissen sind grundsätzlich zulässig, um sich über die Bonität und Zuverlässigkeit des Mieters zu informieren (BGH Urteil vom 09.04.2014, Az.: VIII ZR 107/13).

Der Mieter hat gegen den früheren Vermieter allerdings keinen Anspruch auf Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Es besteht lediglich ein Anspruch auf Erteilung einer Quittung für gezahlte Mieten. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der frühere Vermieter nicht zur Erteilung irgendwelcher Bescheinigungen insbesondere einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verpflichtet.

Haftung des vormaligen Vermieters

Der frühere Vermieter darf auch keine unrichtigen, einseitigen, negativen oder bewusst wagen Behauptungen aufstellen. Soweit der vormalige Vermieter unrichtige Angaben macht, stellt sich die Frage nach der Haftung.

Zwischen dem neuen Vermieter und dem alten bestehen keinerlei vertraglichen Beziehungen, weshalb diesbezüglich eine Haftung zu verneinen ist. Lediglich wegen einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung kommt eine Haftung in Betracht, wenn vorsätzlich falsche Auskünfte erteilt werden.

Da eine Vormieterbescheinigung auch eine Verzichtserklärung gegenüber dem vormaligen Mieter sein kann, sollten Vermieter hiermit vorsichtig sein. 

Haftung des Mieters

Sanktionen wegen einer gefälschten oder falschen Vormieterbescheinigung durch den Mieter können zwar zu einer fristlosen Kündigung führen, jedoch nur dann, wenn diese zeitnah zur Aufdeckung des Schwindels erfolgt.