Kündigung einer Ferienwohnung

31.07.2014Bei Mängeln sollte eine Frist zur Abhilfe gesetzt werden.

Ausgangslage:

Der Mieter hatte zum Gesamtpreis von 535,00 € pro Woche eine Ferienwohnung in Italien angemietet. Im Internet wurde das Objekt als romantisches Landhaus voller Atmosphäre beschrieben.

Tatsächlich wich die Ferienwohnung von der Internetbeschreibung ab. Das Grundstück war in einem verwahrlosten Zustand und im Innenbereich  war die Ausstattung alt. Auf Nachfrage teilte die Vermieterin mit, dass sie ihm Objekt noch nicht ganz fertig sei und noch etwas sauber machen müsse.

Daraufhin kündigte der Mieter das Mietverhältnis mündlich, forderte die Rückzahlung der bereits bezahlten Miete und reiste ab.

Entscheidung:

Das AG München (Urteil vom 26.06.14; 13 C 8060/13) entschied, dass eine Rückzahlung der Miete nicht verlangt werden kann.

Eine Kündigung verlange eine Schriftform, die im vorliegenden Fall nicht vorlag. Ein Rücktritt ist zwar mündlich möglich, setzt jedoch voraus, dass dem Vermieter eine Frist zur Abhilfe gesetzt wird. Dies war nicht geschehen. Umstände, aus denen sich eine Entbehrlichkeit der Fristsetzung ergeben hätten, lagen nicht vor.

Auch eine Minderung der Miete kommt nicht in Betracht, da die Gebrauchstauglichkeit nicht erheblich eingeschränkt war.

Folge:

Auch bei der Anmietung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung sollte bei nicht vertragsgemäßem Zustand zunächst dem Vermieter eine Frist zur Beseitigung des Zustands gesetzt werden. Diese kann auch kurz (wenige Stunden) sein.