Urheberrechtsverletzung bei Bildern von Pixelio

20.02.2014Wie verhalten Sie sich richtig bei der Nutzung von Stockfotos und was ist dabei zu beachten?

Das Landgericht Köln hat am 30.01.2014 (Az.: 14 O 467/13) zu Bildrechten eines Fotografen eine Entscheidung gefällt, die wohl alle Nutzer von Stockfoto-Portalen betrifft.

Neben den Urheberrechten an einem Foto selbst hat der Urheber (Fotograf) auch ein Recht auf Namensnennung. Diese muss so erfolgen, sodass dem Bild der Urheber zugeordnet werden kann.

Üblicherweise wird diese Pflicht bei Stockbildarchiven in den Lizenzbedingungen geregelt. Im Fall von Pixelio – dem Streitfall –  wie folgt:

„der Nutzer hat … soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende Pixelio und den Urheber … zu nennen.“

Dies befolgend platzieren die meisten Nutzer neben dem Bild oder in Blogartikeln einen entsprechenden Urheberhinweis.

Das Landgericht Köln vertrat hierzu die Auffassung, dies reiche nicht aus.

Die Bild-URL kann aus dem Quellcode einer Website ermittelt werden und ggf. mit Copy-Paste im Browser aufgerufen werden. Damit ist der dazugehörende Beitrag, in dem üblicherweise die Urheberangaben sichtbar sind beim Bildaufruf nicht sichtbar. Das Gericht verlangt in diesem Fall, dass die Urheberbenennung graphisch aufs Bild  angebracht wird, vergleichbar einem Wasserzeichen im Bild.

Dies steht im Widerspruch zu den üblicherweise auch in den Lizenzbedingungen geregelten Rechten, das Bild zu bearbeiten.

In der Regel – so auch hier im Fall Pixelio – wird nur ein eingeschränktes Bearbeitungsrecht übertragen, d. h. lediglich  Änderung der Bildgröße, Umwandlung der Farbinformation, Änderung der Farb-, Kontrast- und Ähnlichkeitswerte ist gestattet.  Weitere Änderungen stehen nur dem Urheber zu. Demzufolge hat der regelmäßige Nutzer das Bewusstsein, dass es ihm nicht erlaubt ist, das Foto so zu bearbeiten, dass der Urhebervermerk direkt im Bild platziert ist.

Sollte die Auffassung des Landgerichts Köln bestätigt werden, betrifft dies zwar zunächst nur Pixeliobilder. Betroffen werden jedoch dann sämtliche Stockarchive sein, die eine Urheberbenennung am Bild oder in Bildnähe fordern. Betroffen sind dann auch Vorschaubilder, z. B. in Beitragsübersichten, Bilder die unter Creativ Commons-Lizenzen veröffentlicht werden, müssten dann auch mit den Urheberrechtsvermerken im Bild versehen werden.

Tipp:

Wir empfehlen Stockbilder zu entfernen bis die Rechtslage mit Ihrem Bildlieferanten geklärt ist,
alternativ die Urheberhinweise in den Bildern selbst als Wasserzeichen unterzubringen und dabei auch Vorschaubilder und kleinere Versionen nicht zu übersehen.

Bei Rückfragen steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Oliver Stigler, Fachanwalt für gewerblichen Rechtschutz, unter info@kgh.de oder 0911/32386-0 gerne zur Verfügung.