Arbeitsrechtliche Auswirkungen von Streiks im öffentlichen Nahverkehr

13.10.2014Der Arbeitnehmer muss u.U. auf alternative Verkehrsmittel zurückgreifen.

In letzter Zeit kommt es häufiger vor, dass im öffentlichen Nahverkehr durch Streikmaßnahmen der tägliche Weg zur Arbeit erheblich erschwert, oder nahezu unmöglich gemacht wird. Die kann auch zu nicht unerheblichen Problemen mit dem Arbeitgeber führen, wenn Sie als Mitarbeiter zu spät, oder gar nicht zur Arbeit kommen.

Vielen Arbeitnehmern ist nicht bekannt, dass sie das sogenannte Wegerisiko tragen, das heißt, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, zur rechten Zeit bei der Arbeit zu sein. Gerade bei angekündigten Streiks kann daher regelmäßig von Arbeitnehmern verlangt werden, dass sie hiervon Kenntnis haben und daher alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, Verzögerungen zu vermeiden. So ist im Einzelfall zu prüfen, inwieweit auf andere Beförderungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden kann, ob der eigene PKW zu nutzen ist, oder der Versuch unternommen werden muss, Fahrgemeinschaften zu bilden, zu laufen, oder mit dem Fahrrad zu fahren.

Dies muss jedoch dem Arbeitnehmer zumutbar sein. Ein Auto zu mieten oder eine längere, teure Taxifahrt wird man vom durchschnittlichen Arbeitnehmer nicht erwarten können. Sollte die Arbeitsstelle trotz entsprechender Bemühungen nicht pünktlich angetreten werden können, ist der Arbeitgeber, wie auch im Krankheitsfall, so rechtzeitig wie möglich hierüber zu informieren.

Der Arbeitgeber ist des Weiteren nicht verpflichtet, die Vergütung für nicht geleistete Arbeit zu bezahlen, er kann auch bei vorwerfbaren Verstößen Abmahnungen aussprechen.

Es sollte daher in jedem Falle von Arbeitnehmerseite versucht werden, Verspätungen vorzubeugen und den Arbeitgeber rechtzeitig zu informieren. Auch die ausgefallene Arbeitszeit sollte angesprochen werden, statt eine Kürzung kann auch eine Nacharbeit vereinbart werden.