Scheidungsfolgen

Im Falle einer Trennung sind neben der Scheidung oftmals weitere Rechtsverhältnisse zu regeln, darunter sind die häufigsten: 

Trennungsunterhalt

Leben die Eheleute getrennt, so kann der nichterwerbstätige Ehegatte einen nach den Lebensverhältnissen und dem Erwerbs- und Vermögensverhältnisen der Ehegatten angemessen Unterhalt in Form einer monatlichen, monatlich vorauszahlbaren Geldrente verlangen.

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Für die Zeit nach der Scheidung kann ein Ehegatte ebenfalls Unterhalt verlangen, beispielsweise wenn er wegen Betreuung eines Kindes, wegen Alters, wegen Krankheit oder wegen Erwerbslosigkeit seinen Lebensbedarf selbst nicht decken kann.

Um den Unterhalt zu berechnen muss zunächst das Einkommen des/der Ehegatten ermittelt werden und sodann das Maß (die Höhe) des Unterhaltes nach den ehelichen Lebensverhältnissen – wie der Kinderbetreuung, der Lebens- und Wohnverhältnisse, monatliche Belastungen wie Versicherungen und Schulden bestimmt werden.

Kindesunterhalt

Derjenige Elternteil, der nach einer Trennung die Betreuung der minderjährigen Kinder übernimmt, hat Anspruch gegenüber dem nichtbetreuenden Elternteil auf Zahlung eines Kindesunterhaltes in Form einer monatlichen, monatlich vorauszahlbaren Geldrente.

Grundlagen hierfür sind die Einkommensverhältnisse des nichtbetreuenden Elternteils und das Alter des Kindes, wobei die Praxis hier auf die Düsseldorfer Tabelle als Richtlinie zurückgreift.

Sorgerecht

Das Gesetz sieht bei verheirateten Eltern die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall vor. Auch im Falle der Scheidung verbleibt es grundsätzlich bei der gemeinsamen elterlichen Sorge.

Im Falle des Getrenntlebens kann jedoch auf Antrag die elterliche Sorge oder ein Teil der elterlichen Sorge wie beispielsweise das Aufenthaltsbestimmungsrecht (Alltagszuständigkeit), die Vermögenssorge oder die Gesundheitsfürsorge auf einen Elternteil allein übertragen werden. In einem solchen Verfahren ist das Jugendamt zu beteiligen.

Umgangsrecht

Wenn nach der Trennung die minderjährigen Kinder in der Obhut des einen Elternteils verbleiben, so steht dem nichtbetreuenden Elternteil ein regelmäßiges Umgangsrecht zu. Die Eltern können das Umgangsrecht einvernehmlich selbst vereinbaren. Das Jugendamt kann als Beratungsstelle hierfür Hilfestellung leisten. Können sich die getrennt lebenden Eltern nicht auf ein regelmäßiges Umgangsrecht verständigen, so legt das Familiengericht einen regelmäßigen Umgang fest, der zum einen aus regelmäßigen Wochenendkontakten (in der Regel alle zwei Wochenenden) besteht, sowie einer Regelung während der Schulferien und Feiertage.

Vermögensauseinandersetzung

Je nach dem zwischen den Eheleuten vereinbarten Güterstand erfolgt eine Vermögensauseinandersetzung. 

Haben die Eltern notariell nichts anderes vereinbart, so gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Vereinfacht bedeutet dies, dass das Vermögen der Ehegatten während der Ehe stets getrennt bleibt und lediglich bei Beendigung des Güterstandes durch Scheidung anhand des Anfangsvermögens zum Stichtag der Eheschließung im Verhältnis zum Endvermögen bei Rechtshängigkeit der Scheidung für beide Ehegatten gesondert geprüft wird, ob während der Ehe ein sogenannter Zugewinn erwirtschaftet wurde. Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen, so steht die Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung in Geld zu.

Zivilrechtliche Eigentumsverhältnisse wie beispielsweise eine gemeinsame Immobilie, gemeinsame Bankkonten oder Wertpapierdepot werden von diesem Ausgleich nicht berührt und müssen gesondert aufgelöst bzw. ausgeglichen werden.

Insofern stellt sich neben dem reinen Zugewinnausgleich aufgrund des Güterstandes regelmäßig die Frage, wie beispielsweise das Miteigentum am gemeinsamen Eigenheim aufzulösen und auszugleichen ist und wie beispielsweise auch mit gemeinsamen Schulden oder gemeinsamen Ersparnissen zu verfahren ist. 

Versorgungsausgleich

Das Familiengericht ermittelt für den Fall der Scheidung von Amts wegen die von beiden Ehegatten erworbenen Rentenanwartschaften und gleicht die Hälfte eines Wertunterschiedes durch Begründung eigener Rentenanwartschaften auf dem eigenen Rentenversicherungskonto aus. 

Regelungen zur Ehewohnung und zum Hausrat

Wenn sich die Eheleute im Fall der Trennung nicht darüber einigen können, wer in Zukunft die Ehewohnung alleine weiter nutzen soll und wer welche Haushaltsgegenstände erhalten soll, so kann auf Antrag über das Familiengericht eine Zuweisung der Ehewohnung zur zukünftig alleinigen Nutzung beantragt werden sowie eine Verteilung der Haushaltsgegenstände nach Billigkeit. 

In diesem Fall ist anhand von einer Auslistung aller vorhandenen Haushaltsgegenstände vom Gericht eine Verteilung an die Ehegatten vorzunehmen wobei hier vorrangig auch die Interessen gemeinsamer minderjähriger Kinder zu berücksichtigen sind.